Archivierung von Speichermedien - Problem in der Langzeitarchivierung?
Langzeitarchivierung
Im
Zeitalter der Digitalisierung von Daten stellt sich natürlich
auch die Frage, wie und in welcher Form kann man die vorhandenen
Daten auf langer Sicht, nach Möglichkeit auf ewig, so
konservieren, dass sie auch erhalten bleiben. Zu Zeiten der
IT-Technologie der 1990er Jahre hat man über die alten,
herkömmlichen Datenquellen wie Papier oder gar Stein
noch gelächelt, für die IT-Technologie und im Zeitalter
von Plastik schien so gar nichts unmöglich, die vorhandenen
Daten auf ewig zu speichern.
Disketten oder Magnetbänder galten für eine kurze
Zeit als -DAS- Speichermedium schlechthin. Doch schnell musste
man erkennen, dass Magnetbänder und auch Disketten gar
nicht so langlebig sind wie zuvor vermutet. Aus den zuvor
so gerühmten Langlebigkeitsgenen von mindestens 500 Jahren
wurden schnell nur 10 Jahre oder sogar noch kürzere Zeiträume.
Zwischenzeitlich hat die Digital-Welt sich besonnen und beginnt
erst einmal mit ganz kleinen Schritten sich die Frage zu stellen,
wie kann man Daten zunächst einmal sicher speichern,
und zwar über einen überschaubaren Zeitraum von
wenigstens 10 Jahren. Digitale Signaturen kommen dort zur
Sprache, also die Sicherheit dass das was später einmal
abgefragt wird auch tatsächlich das ist, was zu früheren
Zeiten einmal abgespeichert wurde. Die Lesefähigkeit
wird genannt. Die Speichermedien verändern sich ständig
und bei der Langzeitarchivierung muss gewährleistet werden,
dass für die alten Speichermedien überhaupt noch
geeignete Lesegeräte zur Verfügung stehen.
Zwischenzeitlich kann man auf so genannten Zeittafeln
nachlesen, welche Materialien die Daten wohl am längsten
erhalten können. Natürlich steht Stein dabei (noch)
an erster Stelle, denn diese Erkenntnisse sind gesichert;
bei Stein spricht man von einer Haltbarkeit von mehreren Tausend
Jahren. Mehrere hundert Jahre halten Pergamente und auch Papier,
auf denen Schriften mit säurefreier, nicht einsenhaltiger
Tinte oder Farbe aufgebracht wurden, gut 70 bis maximal 100
Jahre Bücher mit säurehaltigen Tinten oder Farben.
Die längste Haltbarkeit bei Filmen soll bei Zelluloid
(Cellulosenitrat) liegen, nämlich bei bis zu 400 Jahren,
andere Zelluloid-Filme mit Cellulosenitrat allerdings nur
knapp 40 Jahre. Beim Farbfilm auf Polyethylenterephthalat
(PET) spricht man von einer Haltbarkeit von 150 Jahren (bei
Farbe) bzw. bis zu 700 Jahre (bei Schwarz-Weiß).
Dann aber wird es schon dünn mit der Haltbarkeit. Optische
Speichermedien wie CDs halten vielleicht fünf bis 10
Jahre, DVDs als gepresste Datenträger vielleicht bis
zu 50 Jahren, man weiß es nicht genau. Auch Disketten
verlieren ihre Daten schon nach 5 - 10 Jahren, Festplatten
die in Betrieb sind, möglicherweise schon nach zwei,
vielleicht nach fünf Jahren. Magnetbänder sollen
ihre Informationen mindestens 30 Jahre behalten können,
Holografische Datenträger laut Herstellerangabe bis zu
50 Jahren und die derzeit (Stand 06/2010) sehr beliebten USB-Sticks
lediglich zwei Jahre.
Also: So lange Sie Ihre Informationen nicht in Stein meißeln
ist es so gar nicht sicher, dass diese Informationen in 5000
Jahren noch einmal abgerufen werden können.
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